Der obere und mittlere Kahlgrund und seine Entwicklung seit 1946

Die CSU ist im gesamten Kahlgrund tief verwurzelt und hat eine lange Tradition. Bereits 1946 fand sie in der christlich geprägten und strebsamen Bevölkerung zahlreiche Mitglieder und Anhänger. 

Der erste Ortsverband wurde in Schöllkrippen gegründet. Seine erste Sitzung fand bereits am 13. Januar 1946 statt. Aus anfänglich lose organisierten Gruppen von Menschen wuchsen im Kahlgrund mitgliederstarke Ortsverbände mit starker  Heimatverbundenheit und christlicher Prägung. Bei Landtags-, Bundestags- und Europawahlen bescheren die Bürger seither der CSU Wahlergebnisse von 60 bis 70 Prozent – Anerkennung und zugleich Auftrag, den Interessen dieser Region Gewicht zu verleihen. 

Nach 1946 waren die Gemeinden des Kahlgrundes noch weitgehend selbständig. Trotz geringer Einwohnerzahlen hatte so gut wie jede Ortschaft einen eigenen Bürgermeister und Gemeinderat. Die gemeindliche Verwaltungsarbeit inklusive der standesamtlichen Trauzeremonien wurde oft in Küche oder Wohnzimmer des Bürgermeisters verrichtet. Die Friedhöfe waren überwiegend in kirchlicher Trägerschaft, Kanalisation oder befestigte Straßen waren so gut wie nirgends vorhanden. Bei den Schulen baute man auf das Vorhandene und es wurde in Klassen mit 50 und mehr Schülern jahrgangsübergreifend unterrichtet. 

In den Fünfziger Jahren fanden die Menschen im Kahlgrund gute Arbeit beim Aufbau der zerstörten Städte im Rhein- Main-Gebiet. Die Kahlgrundbahn, liebevoll „Bembel“ genannt, mit ihrer Anbindung nach Frankfurt bildete eine Lebensader. Nach und nach entstanden eine Vielzahl von Bau- und Handwerksbetrieben, die vom Kahlgrund aus mit LKW und später mit Kleinbussen im ganzen Rhein-Main-Gebiet tätig waren. 

In den Sechziger Jahren begann die Individualmotorisierung im Kahlgrund und in vielen Gemeinden entstanden erste Straßenneubauten. Eine gezielte Ortsentwicklung gab es noch selten. Die Siedlungs- und Neubautätigkeit erforderte bald den Ausbau der Wasserversorgung, die bis dahin praktisch privat oder genossenschaftlich organisiert waren und an ihre Kapazitätsgrenzen stießen.

Mit der Gebietsreform kamen in den Jahren 1972 bis 1978 viele gemeindliche Zusammenschlüsse und auch die Zusammenlegung  der Landkreise Aschaffenburg und Alzenau.

Mit dem wirtschaftlichen Aufschwung in Deutschland wandelte sich auch das Leben im Kahlgrund. Der wirtschaftliche Aufschwung im privaten Bereich durch gute Erwerbsmöglichkeiten im ganzen Rhein-Main-Gebiet ging allerdings nicht dauerhaft mit einem wirtschaftlichen Aufschwung im kommunalen Bereich einher. Kam es anfangs noch zu stattlichen Ansiedlungen auch von produzierenden Betrieben, so sind es heute bis auf wenige Ausnahmen meist Handwerks- und Dienstleistungsbetriebe, die den Kahlgrund als Standort behalten haben. 

Hinter der Gebietsreform stand der Gedanke, durch kommunale Zusammenschlüsse stärkere wirtschaftliche Einheiten bilden zu können. Dies war ebenso das Ziel bei  der im gleichen Zeitraum zu beobachtenden Verbandsbildung. Etwa bei der Fernwasserversorgung Spessartgruppe, dem Zweckverband Abwasserbeseitigung Kahlgrund, der Forstbetriebsgemeinschaft oder auch dem Kahlunterhaltungsverband. 

Damals wie heute gehört die infrastrukturelle und wirtschaftliche Erschließung des Kahlgrundes zu den großen Aufgaben der CSU-Ortsverbände und ihrer Mandatsträger in den Gemeinden und Parlamenten. Hierbei ging und geht es ihnen vor allem darum, die Verkehrsanbindungen der Region durch den Ausbau von Kreis- und Staatsstraßen zu verbessern. Oberstes Ziel der CSU ist es, den Mitbürgern die hohe Wohn- und Lebensqualität im oberen Kahlgrund zu erhalten.

Es waren mutige Entscheidungen, die von den damals aktiven Bürgermeistern und Gemeinderäten getroffen wurden. Entscheidungen, die auch heute noch das kommunale Bild des Kahlgrundes prägen. Weitreichende Entscheidungen damals wie heute sind mit Namen wie Dr. Heinrich Degen, dem langjährigen Landrat, seinem Nachfolger Dr. Karl Lautenschläger vor allem während dessen Abgeordnetentätigkeit, Anton Reising und seinem Nachfolger Reinhold Glaser verbunden. 

Für den oberen Kahlgrund wären hier Namen wie Kilian Köbert, Ott  Elsässer, Karl- Peter Seitz, Jürgen Niegisch, Lothar Naumann, Josef Kilgenstein, Hellmuth Nees, Reiner Rosenberger, Arnold Markert und Oskar Schickling zu nennen. Nicht vergessen  werden darf hierbei Marianne Krohnen aus Geiselbach, die erste Bürgermeisterin einer Gemeinde im Landkreis. 

Die enormen Investitionen der Kahlgrundgemeinden in den Achtziger und Neunziger Jahren, verbunden mit einer geordneten Ortsentwicklung haben neben einer weitgehend gut funktionierenden Infrastruktur auch schmucke Ortsbilder unter Erhaltung der ländlichen Prägung geschaffen. Ein großes Anliegen der CSU Schöllkrippen z. B. war es, das Sackhaus zu erhalten, das wie kaum ein anderes Gebäude die historische Tradition des oberen Kahlgrundes verkörpert. Vor allem auf das Drängen der örtlichen Frauen-Union ist es zurückzuführen, dass im Sackhaus im Jahr 2001 eine Seniorentagesstätte eingerichtet wurde, die großen Zuspruch erfährt. 

Mit über 3,6 Mio. DM ist die Renovierung dieses Gebäudes durch den Freistaat Bayern bezuschusst worden. Auch der Umbau des Schöllkrippener Freibades in ein Naturerlebnisbad im Jahr 2003 wurde auf Initiative des Landtagsabgeordneten Henning Kaul vom Freistaat als Pilotprojekt gefördert. Der CSU-Ortsverband in dieser Gemeinde des oberen Kahlgrundes ist außerordentlich aktiv. Im Tätigkeitsbericht des Vorsitzenden Marco Schmitt finden sich eine Vielzahl von Veranstaltungen und Aktivitäten, von denen nur das Haxenessen auf dem Hofgut Schabernack, Infostände, Klausurtagungen und die regelmäßige Teilnahme am Schöllkrippener Fastnachtszug genannt werden.  

Wenn man nach den Schwerpunkten der Arbeit der politisch Verantwortlichen im gesamten Kahlgrund fragt,  erhält man häufig identische Antworten: 

  • Verkehrsmäßige Anbindung der Gemeinden durch den ÖPNV (Öffentlichen Personen Nahverkehr) und durch Kreis- und Staatsstraßen 

  • Ausbau der Wasserversorgung und der Abwasserbeseitigung 

  • Ausweisung und Erschließung neuer Baugebiete 

  • Schaffung von Arbeitsplätzen vor Ort 

  • Stärkung des Vereinslebens im sportlichen, sozialen und kulturellen Bereich 

  • Maßnahmen zur Dorferneuerung und -verschönerung 

Bei den Gemeinden oder Gemeindeteilen, die wie z. B. Geiselbach an das benachbarte Bundesland Hessen angrenzen, kommt hinzu, dass man auf einen  egen Meinungsaustausch mit den angrenzenden hessischen Nachbarn großen Wert legt. 

Aufgabe für die heutigen und kommenden Generationen ist es, diese Basis zu festigen, noch Fehlendes zu ergänzen und den Kahlgrund lebens- und liebenswert zu erhalten, damit er auch zukünftig den Menschen attraktive Heimat sein kann.